Beratung in Krisen, Problemlagen und bei Beziehungsthemen

„Wenn ich nicht für mich bin, wer ist dann für mich? Und wenn ich aber nur für mich bin, was bin ich? Und: Wenn nicht jetzt, wann dann?“ – Rabbi Hillel, Sprüche der Väter 1,14

– Stelle ich mich eigentlich an, wenn ich gerade so unzufrieden bin? Anderen geht es doch viel schlechter als mir. Ich bin einfach zu empfindlich! – Sollte ich gehen oder bleiben? – Warte ich ab, oder leg ich los? Mache ich Nägel mit Köpfen oder erstmal einen Kompromiss? – Darf ich das wirklich denken, das wirklich aussprechen, oder bin ich dann kleinlich, maßlos, schlecht? – Bin ich der einzige hier, der spinnt, oder der einzige, der klar sieht?

Konflikte sind die Regel

An Konflikten und unerquicklichen Lagen mangelt es selten, ob in der Familie, im Beruf, im Freundeskreis, oder in der Partnerschaft.

Die Wahrheit ist: Das Leben ist kurz, kompliziert und eine einzige Anstrengung. Undank ist der Welten Lohn, nur selten wird einem etwas geschenkt (auch wenn es durchaus vorkommt!). Erschwerend kommt hinzu, dass die anderen keine Gedanken lesen können, und bequem sind, und meistens an sich selbst denken. Deswegen ist man, wenn man sich nicht ganz alleine durchs Leben hangeln will (was so auch gar nicht geht), ständig gezwungen, zu quatschen und zu verhandeln, zu vereinbaren, und andere zu erinnern.

Was will ich? Und: was heisst hier ‚Ich‘?

Das Schlimmste: dabei muss man sich auch dauernd fragen, was man eigentlich selbst will. Manchmal geht das Problem schon bei der Frage los, was das eigentlich heisst: man selbst. Denn oft merkt man, dass man auch nur ein grob geflickschustertes Wesen ist, ein Bündel aus Widersprüchen und Ungereimtheiten, zusammengehalten nur von einem leidlich konstanten Anblick im Spiegel, gewissen Gewohnheiten und Vorlieben (wie Naßrasur,Turnschuhe oder Erdbeereis).

‚Wahrheit beginnt zu zweit.‘

In solchen Fällen lohnt es sich, sich zu sortieren und etwas Klarheit zu verschaffen. Oft kann man Klarheit fühlen, im Körper, als „felt sense“. Da niemand sich selbst kennt, und man bei der Selbsterforschung nicht einfach die Suchscheinwerfer nach innen richten kann (auch wenn das viele annehmen, und dann frustriert sind, wenn es nicht klappt!), braucht man meistens ein Gegenüber, wenn man sich Klarheit über sich und die eigene Position in einem gegebenen Kontext verschaffen will. Es ist gut, wenn dieses Gegenüber wohlwollend, aber aufmerksam und unbeteiligt ist, und somit außer seinem Honorar keine der üblichen Interessen verfolgt, die im Alltagsleben immer vorkommen (wie: Einfluss nehmen, beschwichtigen, Recht haben, zum Schweigen bringen, für sich gewinnen, auf die eigene Seite ziehen, für den anderen wichtig sein etc.)

Aufmerksames Zu- und Hinhören und Absichtslosigkeit ist das Wesen guter Beratung, wie ich sie verstehe.

Facetten von Beratung

Beratung kann verschiedene Schwerpunkte haben, und reicht von weltlicher Seelsorge, Analyse einer Situation, Inventur von Wünschen und Strebungen, bis hin zu konkreter Strategieentwicklung in beruflichen und privaten Situationen. Manchmal ist es schon erleichternd, etwas auszusprechen. Oder zu hören und zu sehen, dass das Gegenüber eine bestimmte Situation tatsächlich auch vertrackt und unübersichtlich findet, und dass es Zeit braucht, etwas zu verstehen und aufzulösen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihnen Beratung helfen könnte, rufen Sie mich gerne an.